Die Katze im Sack

14.02.2070

Wir sind in den News. Toll, sollte man meinen. Nur.. Wir sind Runner. Da ist jedes bisschen Aufmerksamkeit zuviel. Und die haben wir grad im ganz großen Maßstab. Ich will nicht sagen, das wir es verbockt haben. Letztendlich haben wir den ersten Teil unseres Auftrags so erfüllt, wie er geplant war. Von kleineren Unannehmlichkeiten mal abgesehen.

Aber der Reihe nach.

Nach dem letzten Run hatten wir eine kleinere Pause eingelegt, Training, Einkäufe, Luft holen. Das übliche. Am 12.02. kam dann ein Anruf von Carlos, unserem Talentscout. Er hätte mal wieder einen Auftrag. Treffpunkt war das "Rubber Suit", einem Edelschuppen in Everett. Wir sollten nach einem "Tisch für Louis" fragen. Manche Codewörter sind wirklich albern. Wir haben uns dann dort auch getroffen und wurden auch prompt um einen indianischen Troll ergänzt. Der Johnson kam dann auch recht pünktlich mit seinen üblichen Schränken und einem Magier im Schlepptau. Er erklärte uns den Auftrag, welcher eigentlich recht einfach wirkte. Entführen einer High Society-Biene, erpressen ihres Vaters mit halbwegs unmöglichen Forderungen und freilassen nach einer gewissen Zeit. Nur haben einfach wirkende Aufträge immer massive Haken. Der bestand in dem Fall darin, das Mademoiselle grundsätzlich immer mit ihren vier Bodyguards unterwegs ist. Die Bezahlung für den Job wirkte aber dann doch verlockend genug und wir nahmen den Job an.

Das Mädchen hieß "Mary Jane Soweto" und war die Tochter vom Vorstandsvorsitzenden von Soweto Media Group, Martin Soweto. Aber da Papa wohl etwas mehr auf der hohen Kante hat, immerhin führt er einen A-Klasse Konzern, gönnt er seiner Tochter eine Menge Freiheiten bezüglich Lifestyle. Schickeria wohin man schaut. Wir hatten vom Johnson einen ausführlichen Tagesplan für die nächsten drei Tage erhalten, in denen wir die Kleine spätestens entführt haben müssten. Nach einigen Checks durch Murphys Hacker und persönliches Beobachten durch Streetdog und mich haben wir uns dann darauf geeinigt, das ein Überfall auf ein schwerbewachtes Einkaufszentrum genauso wenig in Frage käme wie der Versuch, ihren Womens-only-Frauenfitnessclub zu infiltrieren. Zur Auswahl waren dann noch das Haus einer ihrer Freundinnen, die aber selbst auch betuchter - und demnach bewachter - war, einem Nobel-Restaurant, was aber wegen der zu erwartenden High-Society-Klientel und deren Wachhunden auch ausfiel, und, last but not least, ihrer Uni. Für letztere entschieden wir uns dann auch.

Wir hatten vom Johnson bei der Auftragsvergabe noch erfahren, das ein 2. Team zu unserer Unterstützung bereit stehen würde, das die magischen Ritualproben, die zweifelsohne von Mary Jane Soweto existierten, zerstören würde, damit wir nicht so schnell aufgespürt werden könnten. Gleichzeitig erfuhren wir auch, das ihre Bodyguards ausgewählte Ex-Militärs sein würden und wir eher nicht mit magischen Problemen rechnen müßten. Ebenso erfuhren wir, das sie Peilsender am Körper tragen würde zu deren Auffinden wir vom J. einen Scanner erhielten.

Nach einer längeren Besprechung hatten wir uns, wie oben angedeutet, aufgeteilt. Informationsbeschaffung und Unterkunftsorganisation. Logisch, das wir uns mit der Puppe nicht einfach in ein Hotel einmieten konnten. Über Murphys Kontakt erfuhren wir dann auch von gewissen geschäftlichen Kontakten von Soweto und seiner Firma. Käme uns eventuell sehr gelegen bei Erstellung der Forderungen. Von Carlos erfuhren wir dann, das J. uns noch eine Magierin schicken würde, quasi als Backup. Warum auch nicht.

Zuschlagen wollten wir am Freitag, wenn sie auf dem Uni-Gelände ankommt. Street wollte von einem nahen Gebäude aus die Ziele unter Beschuss nehmen, Murphy sollte unauffällig in der Bibliothek, zu der M-J fahren würde, aufhalten und, sobald es los gehen würde, herauskommen und unseren Angriff zu einer Zange´machen. "Wind aus den Bergen", der Indianer, und Ghost würden direkt vor dem Eingang Stellung beziehen, Twist würde in der Nähe bleiben und den Wagen mit Krähenfüßen blockieren. Ates, unsere Magierer, sollte sich unsichtbar machen und den Angriff auf magischer Ebene vortragen während ich mit dem Bulldog auf dem Parkplatz einfach abwarten würde, bis sich der Staub gelegt hat. Soweit der Plan.

Schief ging es dann schon in dem Moment, als einer der Bodyguards bei der Ankunft den Platz sondierte und unsere Magiererin bemerkte. Er zog sich sofort zum Wagen zurück, stieg aber nicht ein. Wir waren im ersten Moment zu verwirrt um zu reagieren, erholten uns dann aber schnell. Warum, weiß ich nicht, aber unser Troll hopste plötzlich auf die Motorhaube des Benz, schlidderte drüber weg und stand dem Bodyguard mehr oder minder gegenüber. Der natürlich sofort das Feuer eröffnete. Ab da war dann Action angesagt. Nach einem ziemlich wilden Schusswechsel, von dem ich ja nicht soo viel mitbekam, während dem ich den Wagen durch den Bulldog blockierte, wurde die leicht angeschlagenen Mary Jane aus dem Wagen gezogen und wir machten uns vom Acker. Street würde selbst zurückfinden, was ja auch abgesprochen war. Er warnte uns dann auch noch von seinem Dach aus, das Verstärkung käme. Also gings mit Fullspeed vom Unigelände. Ein paar der Uni-Sicherheitswagen waren uns aber auf den Fersen. Einen hat Twist durch seine Krähenfüße, die er aus der Heckklappe warf, ausgeschaltet, ein weiterer kassierte von mir eine Salve aus den Alphas und beschloss dann, zurück zu bleiben. Nach dem wir dann auch noch die Peilsender loswaren, kippte unsere Magiererin, die schon durch den Schusswechsel recht angeschlagen war, plötzlich um. Aber Murphy hat sie dann wieder hinbekommen.

Jetzt sitzen wir also in unserem Unterschlupf, sind mehr als nur mies gelaunt und warten ab.



SO stelle ich mir Valentinstage nicht vor.
So long

3.6.07 14:29


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